Wenn Teams nicht mehr miteinander reden
Kommunikationsprobleme in Teams entstehen selten über Nacht. Doch es gibt Wege zurück zu einem konstruktiven Miteinander.
Stephanie Lucassen
Systemische Beraterin & Supervisorin
Ein Team, das einmal gut zusammengearbeitet hat, kann in eine Phase geraten, in der nichts mehr funktioniert. E-Mails ersetzen Gespräche. Konflikte werden umgangen statt geklärt. Wichtige Informationen versickern.
In meiner Arbeit als Supervisorin sehe ich solche Konstellationen häufig. Und ich kann beruhigen: Es ist fast immer möglich, einen Weg zurück zu finden. Vorausgesetzt, alle Beteiligten sind bereit, ehrlich hinzuschauen.
Der erste Schritt ist Bestandsaufnahme. Was ist passiert? Wann hat es angefangen? Welche Ereignisse haben das Vertrauen erschüttert? Oft sind es nicht die großen Konflikte, die Teams lähmen, sondern viele kleine, ungeklärte Verletzungen.
In der Supervision schaffe ich einen Raum, in dem diese Themen ausgesprochen werden können – ohne Angst vor Sanktionen, ohne den Druck, sofort eine Lösung finden zu müssen. Allein das Aussprechen wirkt oft schon entlastend.
Im zweiten Schritt geht es darum, Strukturen zu schaffen, die zukünftig vor solchen Eskalationen schützen. Klare Kommunikationswege, regelmäßige Reflexionsrunden, eine Kultur des direkten Ansprechens. Es sind oft kleine Veränderungen, die einen großen Unterschied machen.
Wichtig ist: Kommunikationsprobleme sind kein Zeichen von Schwäche. Sie sind ein normales Phänomen in jedem System, das aus Menschen besteht. Entscheidend ist, wie wir damit umgehen.
